Samstag, 28. April 2007

Vergiftete Geschenke - wie die EU Afrika in die Armut treibt

Ich habe meinen Blog diese Woche schon geschrieben, doch am Samstag Abend habe ich per Zufall Spiegel TV Spezial geschaut, bis es mir fast übel wurde und ich den Fernseher abschalten musste. Wie mein Titel schon sagt, ging es darum, dass die EU (und indirekt auch die Schweiz) mit ihren Subventionen dafür sorgen, dass die Menschen in Afrika immer ärmer werden. Konkret ging es um die Fischbestände vor Senegal. Spanische Grossfischerei-Betriebe haben sich Fangrechte bei der senegalesischen Regierung gekauft. Die grossen Fischkutter mit ihren neuesten Maschinen fangen so viele Fische, dass es nun im Atlantik vor Senegal fast keine mehr gibt. Die einheimischen Fischer bleiben dabei auf der Strecke, da sie mit ihren Methoden fast keine Fische mehr fangen. Für Senegal bedeutet dies noch mehr Armut. Fisch ist ein Hauptnahrungsmittel, das nun über die EU eingeführt werden muss. Die EU produziert Nahrungsmittel "en masse" und füttert mit ihren Produkten Afrika. Diese müssen für ihre Nahrungsmittel jedoch bezahlen. Doch woher soll das Geld kommen, wenn sie ihren Beruf z.B. als Fischer nicht mehr ausüben können, da ihnen die Europäer alles wegnehmen? Ähnlich geht es mit den Kleidern weiter. Die Rohstoffe für unsere Baumwollkleider kommen vielfach aus Afrika. Welche Kleider kommen aber am Schluss nach Afrika zurück? Nur diejenigen, die wir Europäer nicht mehr tragen wollen.!!!!!!!!!
Wie schon erwähnt, ich musste nach ca. 45 Minuten den Fernseher abschalten, da ich diese Nachrichten einfach nicht mehr ertragen konnte. Ich habe mich nun schon x-mal gefragt, was wir wohl dagegen tun können. Ich fühle mich ohnmächtig, gegenüber dieser Konsumgesellschaft, die keine Rücksicht auf Verluste nimmt. Wo führt das alles hin? All diese Subventionierungen klingen zuerst nicht schlecht. Doch was steckt wirklich dahinter? Diese Länder in Afrika werden von der EU subventioniert, doch was nützt es ihnen, wenn sie dennoch immer ärmer und ärmer werden? Und woher kommt das Gefühl der Europäer, dass wir besser sind als die Menschen in Afrika? Jeder der das liest, denkt nun, aber ich denke sicher nicht so. Überlegen wir doch noch kurz: Welche Kleider schicken wir nach Afrika? Welche Spielsachen geben wir fort? Welche Nahrungsmittel kommen nach Afrika? Ist es nicht so, dass wir nur die Kleider weggeben, die wir nicht mehr tragen, die zu alt, unmodisch oder einfach nicht mehr schön sind? Meistens geben wir nur die Spielsachen weg, die wir doppelt haben oder die wir nicht mehr brauchen, aus welchen Gründen auch immer.
Ich bin im Moment ziemlich aufgewühlt. Ich möchte gerne etwas ändern, doch wo anfangen, wie vorgehen? Ich muss wohl lernen, ohne Antworten auf meine Fragen zu leben. Dennoch habe ich ein verdammt schlechtes Gewissen, in Europa, in der Schweiz zu leben, so weit entfernt von all diesen Problemen, die irgendwann meine werden.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Anonym hat gesagt…

Unser Verhalten gegenüber den 3. Weltländern wird uns erst wieder bewusst, wenn wir, wie du, in einer Sendung oder einem Artikel auf dies aufmerksam gemacht werden. Die Vorstellung, dass wir die Rohstoffe von diesen Ländern erhalten, sie nutzen und zurückschicken, wenn sie für uns nicht mehr gut genug sind, ist schlimm. Ich frage mich auch: Was kann ich machen? Was können wir Europäer machen? Wie du geschrieben hast, werden diese Fragen leider nicht beantwortet, geschweige denn umgesetzt.

joy hat gesagt…

Habe deinen Artikel mit Interesse gelesen. Ich finde es schlimm, dass so vieles in der Welt geschieht, ohne dass wir davon wissen. Wir Europäer sind so verwöhnt und die meisten haben wirklich einen hohen Lebensstandard, doch trotzdem wollen wir immer noch mehr Profit machen und uns auf Kosten der anderen bereichern. Anstatt diesen Ländern nachhaltig zu helfen, beruhigen wir unser Gewissen mit Spenden. Aber wie du schon sagst, was können wir wirklich tun?