Donnerstag, 17. Mai 2007

Egoismus als Antrieb zur Nachhaltigkeit?

Ich muss sagen, dass ich je mehr ich über nachhaltiges Verhalten weiss, mich mehr danach verhalte oder es zumindest versuche. Mein Ziel ist es nämlich, gewisse Handlungen und Verhaltensweisen zu automatisieren. Doch dies erfordert ständiges Denken und Reflektieren. So stehe ich zum Beispiel am Kochherd und nehme die Pfanne von der Platte und merke, dass ich wieder vergessen habe die Platte früher auszuschalten, um Strom zu sparen.

Dieser Wochenimpuls hat mich zum Nachdenken angeregt und ich habe mich gefragt, warum und welche Verhaltensweisen ich mir vorgenommen habe zu ändern. Mir ist aufgefallen, dass für mich Massnahmen, die mir direkt etwas nützen, einfach umsetzbar sind. So zum Beispiel das Sparen von Strom durch stetes Lichterlöschen, Einbauen von schaltbaren Steckleisten, frühes Ausschalten der Herdplatte, Vermeiden von "Standby-Saugern"... Denn ich kann damit die Höhe meiner Stromrechung reduzieren. Damit kann ich natürlich auch meinen persönlichen CO2-Ausstoss senken, was ja diesbezüglich auch das Ziel ist. Von daher muss ich sagen, dass egoistische Gründe gar nicht so schlecht sind. Denn das Ziel des nachhaltigen Verhaltens ist ja erreicht.

Bei unserem Blogthema hingegen, spüre ich in mir einen grösseren Widerstand für Verhaltensänderungen. Da ist meine Routine irgendwie noch zu gross und ich kaufe einfach die Produkte ein, die ich schon seit längerer Zeit kaufe oder ich schiebe aus Zeitgründen ein Tiefkühlprodukt in den Ofen, was ja doppelter Blödsinn ist. Also will ich auch hier noch Gründe suchen oder mir konstruieren, die mich dazu bringen die Routine aufzubrechen und neues, nachhaltiges Verhalten zu automatisieren.

2 Kommentare:

givana85 hat gesagt…

Mir geht es ähnlich wie dir, je mehr ich weiss, desto "besser" verhalte ich mich, oder versuche ich es zumindest!
Egoismus ist zwar nicht das schönste Motiv, aber es ist eines... und ich glaube dieses Motiv ist nicht zu unterschätzen. Wir Menschen handeln oft egoistisch, warum also diesen Egoismus nicht für Nachhaltigkeit nutzen, in dem man Preise erhöht? Seit die Benzinpreise stetig ansteigen überlegen sich bestimmt einige "Egoisten", ob sie das Geld fürs Autofahren ausgeben oder lieber den Zug nehmen wollen...

lh hat gesagt…

Dein Titel gefällt mir. In diesem Zusammenhang kann sich der Egoismus wirklich positiv auswirken. Ich habe auch gemerkt, dass ich jetzt vermehrt darauf achte, ob ich nachhaltig handle oder nicht. Wenn nicht, überlege ich mir auch Massnahmen oder Verhalten, die das ändern. Dein Beispiel mit den Nahrungsmittel kann ich nachvollziehen. Mir geht es da besser, weil ich noch zu Hause lebe und ein liebes Mami habe, das für mich kocht. =) Aber überlege dir einmal, wieviel besser frische Produkte schmecken, als Tiefkühlprodukte. Vielleicht hilft dir das ein wenig weiter und du kannst dich für das nachhaltigere Produkt entscheiden.